KI in der Immobilienbewertung: gif e.V. setzt Standards für automatisierte Modelle mit neuem Arbeitspapier

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  • Standards für die Praxis: Das Arbeitspapier schafft ein einheitliches Begriffsverständnis und definiert Automated Valuation Models (AVMs) als effiziente digitale Hilfsmittel, die den Sachverständigen unterstützen, aber nicht ersetzen.
  • Höhere Präzision: Der Einsatz von KI steigert die Genauigkeit von Mietprognosen bei der Immobilienbewertung im Vergleich zu klassischen Regressionsmodellen um mehr als 35 %.

Wiesbaden, 03. März 2026

Die gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. hat ein neues Arbeitspapier mit dem Titel „Nutzen und Grenzen von automatisierten Bewertungsmodellen (AVM) in der Immobilienwirtschaft“ veröffentlicht. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung beleuchtet die Publikation, wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning die traditionelle Wertermittlung ergänzen und transformieren können.

Die zentrale Absicht des Arbeitspapiers ist die Schaffung einer fundierten Wissensbasis für die Branche. „Ziel der Publikation ist es, ein gemeinsames Begriffsverständnis zu fördern und Nutzer an die Verwendung von AVM-Hilfsmitteln heranzuführen“, erklärt Dominik Brunner, Leiter der gif-Kompetenzgruppe Datenmanagement. Die gif definiert AVMs in Anlehnung an internationale Standards (RICS) als Modelle, die mathematische Techniken nutzen, um den Wert einer Immobilie zu einem bestimmten Stichtag ohne menschlichen Eingriff nach dem Startprozess zu schätzen, inklusive einer Angabe zur Vorhersagegenauigkeit.

Die Publikation bietet eine fundierte Einordnung moderner Analysemethoden, die weit über die klassische Statistik hinausgehen. Erstmals werden Konzepte wie künstliche neuronale Netze (Deep Learning) und Random-Forest-Algorithmen detailliert im Kontext der Immobilienbewertung erläutert. Diese Modelle sind in der Lage, hochkomplexe, nicht-lineare Zusammenhänge in großen Datenmengen (Big Data) zu erkennen und so die Prognosegüte, beispielsweise bei Mietpreis-Schätzungen, signifikant zu steigern.

Chancen und Grenzen: Der Mensch bleibt in der Verantwortung

Trotz der Effizienzvorteile durch Zeit- und Kosteneinsparungen warnt die gif vor einer „Blackbox“-Mentalität. Zu den Schwächen zählen derzeit noch die mangelnde Digitalisierung von Objektdaten sowie die Herausforderung, die Qualität und Transparenz der Algorithmen sicherzustellen.

Das Fazit der Autoren ist eindeutig: „Immobilienbewertung ist ein persönlicher Prozess mit letztendlich menschlicher Verantwortung“. AVMs werden als wertvolle Hilfsmittel positioniert, die den Gutachter unterstützen, aber nicht ersetzen.

Das Arbeitspapier wurde von Expertinnen und Experten der gif-Kompetenzgruppen Datenmanagement und Marktwertermittlung erarbeitet und ist ab sofort im gif-Shop erhältlich. Link zum Shop: https://gif-ev.com/produkt/nutzen-und-grenzen-von-automatisierten-bewertungsmodellen/

Die offizielle Vorstellung des Arbeitspapiers sowie die Veranstaltung „gif Datenforum: KI in der Immobilienbewertung“ finden am 30. April in Frankfurt am Main statt.

gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V.

Die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V. wurde am 15. Oktober 1993 gegründet und hat heute rund 1.500 Mitglieder. Der gemeinnützige Verein strebt die Zusammenführung von Theorie und Praxis an und trägt zur Klärung wichtiger immobilienwirtschaftlicher Fragestellungen sowie zur Verbesserung der Markttransparenz bei. Präsidentin der gif ist Prof. Dr. Verena Rock.



Kontakt:

gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V.
Äppelallee 27 | 65203 Wiesbaden
T 0611 / 23 68 10 70
info@gif-ev.de | www.gif-ev.com

Diese Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung freigegeben. Bei Veröffentlichung freuen wir uns über ein Belegexemplar.

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