Galerie

Galerie

Der aus dem Französischen kommende Begriff der »Galerie« bezeichnet ursprünglich einen langen, gedeckten Gang mit seitlicher Öffnung.« Im Zusammenhang mit dem Einzelhandel findet er sich in innerstädtischen Einkaufszentren, die als architektonische Einheit ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet worden sind, wobei als Inbegriff einer Galerie die um 1867 in Mailand errichtete Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand angesehen wird. Die Geschäfte befinden sich dann links und rechts der überdachten Passage. Gelegentlich wurden aber auch die damals neu errichteten mehrgeschossigen Verkaufsanlagen als Galerien bezeichnet (z.B. Galeries Lafayette, Paris).(1)

Auch heute wird der Begriff verwendet, um damit innerstädtische Einkaufszentren zu bezeichnen, die als architektonische Gesamtheit geplant sind und unter einer einheitlichen Leitung stehen (z.B. Kö- Galerie in Düsseldorf). Im Regelfall finden sich Geschäfte auf mehreren Etagen, wobei diese Geschäfte entlang einer oder mehreren Passagen angesiedelt sind. Gelegentlich wird hierfür auch der Begriff »Stadtgalerie« verwendet.

Galerien und Passagen sind bauliche Einheiten in Citylagen, in denen vorwiegend mittlere und kleine Handels-, Gastronomie- und sonstige Dienstleistungsbetriebe angesiedelt sind, deren Sortiment und Einrichtung gehobenen Ansprüchen gerecht werden. Bei einer Passage handelt es sich um eine für Fußgänger geschaffene Verbindung von zwei Verkehrszonen; bei einer Galerie liegen die Betriebe gewöhnlich auf zwei oder mehr Verkaufsebenen.

Als Galerie wird aber auch in SB-Warenhäusern die der Kassenzone vorgelagerte »Straße« mit ergänzenden Einzelhandels- oder Dienstleistungsbetrieben (z.B. Bäckereien, Bank, Reinigung, Schlüsseldienst) bezeichnet.

Quelle

Definitionen zur Einzelhandelsanalyse © gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V., 01. Februar 2014, (1) Brune, W.: Die Stadtgalerie. Frankfurt/New York 1996, S. 13.